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Die Vorteile des Lesens

22. Mai 2013

Wer früher, noch vor wenigen Jahrzehnten, danach fragte, worin eigentlich der Schlüssel für Bildung liege, konnte der Antwort sicher sein: Bücher lesen. Wer Bücher las, dem öffnete sich die Welt. Bücher lieferten Informationen, sie interpretierten Nachrichten, und sie erklärten die Welt. Das galt für Bücher aller Gattungen, für Erzählungen und Romane, für Dokumentationen und Berichte, für Prosa und für Poesie. Die Bücher waren das gedruckte Wort, und nur das gedruckte Wort konnte verbreitet werden und Verbreitung finden.

Das ist inzwischen ganz anders geworden. Wer sich informieren will, sei es über aktuelle Nachrichten, sei es über die Hintergründe dieser Nachrichten oder ihre geschichtlichen Zusammenhänge, muss kein Buch mehr lesen. Im Internet wird er alles finden, was er braucht. Oder er meint, es zu finden. Es gilt als ziemlich „out“ und vorgestrig, noch Bücher zu lesen. Mögen die Opas Bücher lesen, junge Leute von heute gehen ins Internet. So einfach ist das aber nicht. Bildung wird noch immer über das Lesen von Büchern vermittelt, im Internet hingegen klickt man sich von Information zu Information, von einem Bruchstück des Wissens zum anderen.

Bücher lesen ist nicht rückständig. Wer ein Buch in die Hand nimmt, ist dabei, sich seiner Fantasie auszuliefern. Er liest sich in einen Roman ein, lernt dessen Personen kennen, verfolgt ihre Handlungen und Gedanken und stellt sie sich vor. Wer einen Roman liest, hat nicht nur Buchstaben vor Augen, sondern er sieht Bilder. Texte auf dem Bildschirm können dies nicht wirklich vermitteln. Ein Buch in die Hand zu nehmen, vielleicht sogar ein solide gebundenes, auf gutem Papier gedrucktes Buch, ist ein sinnliches Erlebnis. Erst die sinnliche Wahrnehmung bringt Fantasie hervor. Das kann jeder feststellen, der einen Text einmal am Bildschirm liest und dann ein zweites Mal in einem Buch.

Wie sehr auch heute noch Bücher den elektronischen Informationsmedien überlegen sind, erfährt jeder, der einmal durch die Bücherregale einer öffentlichen Bibliothek geht. Er nimmt ein Buch zur Hand und sieht daneben ein anderes, auf das er durch bloßes Herumklicken niemals kommen würde. Bild : © Lupo  / pixelio.de

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