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Durch neue Freunde das Alleinsein beenden

10. Juli 2012

Manchen Menschen ist es sprichwörtlich in die Wiege gelegt, schnell und scheinbar mühelos neue Leute kennenzulernen. Sie besitzen eine extrovertierte Art und kennen beinahe keine Schüchternheit. Immer und überall gelingt es ihnen, mit Fremden oder oberflächlich Bekannten spontan ins Gespräch zu kommen. Doch auch diese “Beziehungsprofis” können durchaus Probleme haben, echte Freunde zu finden. Denn es genügt nicht, einfach nur kontaktfreudig und im Small Talk geübt zu sein, um Bekanntschaften bis zu dem Grad zu vertiefen, an dem sie zu lang anhaltenden Freundschaften werden. In echte Freundschaften muss man viel mehr investieren, als eine gewisse Anzahl seichter Gespräche. Schüchternen Menschen fällt schon der allererste Schritt auf dem Weg zur Freundschaft schwer: das Kennenlernen. Hierzu bedarf es einer echten Überwindung. Die Frage: “Sollen wir mal zusammen einen Kaffee trinken?” kommt vielen Introvertierten nur unter Stottern und Rot werden über die Lippen, oft sogar überhaupt nicht. Der einzige Weg, diese Schwierigkeiten zu überwinden, ist, das Selbstbewusstsein zu stärken. Ein neues, besonders attraktives Outfit kann diesbezüglich schon einiges bewirken, doch vor allem muss an der eigenen Courage gearbeitet werden. In besonders schweren Fällen kann eine entsprechende Therapie helfen. Wer aber in der Lage ist, sich über einen längeren Zeitraum beständig selbst zu motivieren, dem sei angeraten, sich immer wieder mit der als problematisch empfundenen Situation zu konfrontieren. Wenn man immer wieder das Ansprechen von fremden Menschen übt, dann fällt es nach einiger Zeit aufgrund der Routine schon viel leichter. Irgendwann, mit Geduld und Übung, kommen die richtigen Worte schon wie von selbst. Doch wie geht es weiter, wenn die erste Hürde des Kennenlernens genommen ist? Regelmäßige Verabredungen zu gemeinsamen Unternehmungen lassen die Beziehung langsam wachsen. Dabei sollte aber niemals einer den anderen bedrängen oder zu sehr für sich in Anspruch nehmen. Allmählich dürfen die Gespräche nach einiger Zeit in die Tiefe gehen, vom Small Talk zu echten Lebensfragen. Dafür braucht es eine Vertrauensbasis, die oft nur langsam wächst. Sollte auch nach vielen Monaten gar kein wirkliches, zwischenmenschliches Vertrauen entstehen, dann bleibt die Beziehung besser bei einer oberflächlichen Bekanntschaft ohne besondere Tiefe. Denn wer wahre Freunde finden will, der muss sich auf einen anderen Menschen verbindlich einlassen können. Bild : © Rainer Sturm  / pixelio.de

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