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Günstige Bücher trotz Buchpreisbindung

20. November 2013
© Lupo / pixelio.de

In Deutschland ist der Preis eines Buches vom Verlag festgelegt und darf nur unter bestimmten Bedingungen vom Händler unterboten werden. Dies garantiert, dass auch wissenschaftliche Bücher günstig zu haben sind. Bei Büchern mit sehr geringer Auflage wäre sonst das Risiko für den Verlag zu groß, die Druckkosten nicht mehr einnehmen zu können. Die Preise für Bestseller finanzieren so die Vielfalt der Literatur mit. Dieses Verfahren wird in Deutschland gesetzlich geschützt. Mit bestimmten Auflagen kann die Preispolitik der Verlage allerdings umgangen werden.

Verlage, die sich auf Nachdrucke beliebter Werke spezialisieren, können Bücher günstig anbieten, da sie geringere Risiken eingehen, als andere Verlage. In ihrem Programm erscheint nur, was sich bereits auf dem Markt bewährt hat. Die Rechte hierfür müssen sie beim ursprünglichen Verlag kaufen. Um in der Konkurrenz nicht den Verkauf der eigenen Restbestände zu gefährden, kann der Verlag nach Ablauf einer bestimmten Frist die Preisbindung aufheben und die Bücher günstiger anbieten. Aber auch bei alten Auflagen bleibt diese Entscheidung allein dem Verlag überlassen. Ein Buchhändler hat nicht das Recht, eigenmächtig Preisnachlässe zu gewähren. Rabattaktionen und Punktesammelkonten können daher auf Bücher nicht angewandt werden.

Lediglich Einzelexemplare dürfen im Buchhandel reduziert angeboten werden. Hierfür muss das Buch deutlich als Mängelexemplar gekennzeichnet werden. Wenn Lagerschäden oder auch Druckfehler das Buch unter normalem Preis unverkäuflich machen, darf ausnahmsweise die Preisbindung aufgehoben werden. Bevor man ein Buch mit Mängelkennzeichnung kauft, sollte man sich erkundigen, worin der Mangel besteht. Manchmal kommt es vor, dass durch fehlerhaften Druck einige Seiten fehlen. Das Lesevergnügen würde sehr leiden, wenn gerade die spannendste Stelle eines Krimis fehlen sollte. Das Schnäppchen wäre dann ein teurer Fehlkauf. Schließlich kauft man auch günstige Bücher nicht, damit sie im Regal gut aussehen. Solange aber die Seitenzahlen auf korrekten Druck hinweisen, spricht nichts dagegen, sich in den Wühlkisten der Buchläden nach günstigeren Büchern umzuschauen. Bild : © Lupo  / pixelio.de 

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