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Herman Hesse

11. März 2014

Wer von uns hat sich nicht in langen Schülerjahren durch scheinbar unendlich viele Kurzgeschichten, Romane und Gedichte gekämpft. Oft in einer Sprache, die nur entfernt verwandt ist mit dem, was Kinder und Jugendliche auf deutschen Straßen sprechen. Wenn es ganz dick kam, auch noch in Versen und Reimen, die dann auswendig gelernt und vor der Klasse vorgetragen werden mussten. Doch einige der Werke schaffen, nachdem die typische Schüler-Unlust erst einmal überwunden ist, den Weg ins Herz des Lesers – sie werden immer wieder gelesen und begleiten uns von nun an durchs Leben. Ein Autor, dessen Werke diesen Weg erstaunlich oft schaffen, ist Herman Hesse. Selbstverwirklichung, Selbstwerdung und das Nachdenken über sich selbst sind die Themen, die sich durch sein Werk ziehen und in denen sich viele wiederfinden.

,,Peter Camenzind” – der erste Roman von Herman Hesse – beschreibt aus der Ich-Perspektive das Leben des Titelhelden. Geboren als Sohn eines einfachen Mannes in einem kleinen Bergdorf, erkennt Camenzind früh, dass er anders ist als sein Vater. Er entdeckt seine Liebe zum Geistigen, zur Bildung. Er flieht aus dem Schoß der Natur in die Stadt und wird Schriftsteller. Doch auch dort wird er nicht glücklich. Als er letztendlich wieder nach Hause zurückkehrt, um seinen Vater zu pflegen, muss er erkennen, dass er noch immer ein ,,Bauernjunge aus Nimikon” ist. Die Heimat bleibt in einem, egal wohin man geht.

In seinem wohl bekanntesten Roman ,,Der Steppenwolf” stellt Herman Hesse dem Leser sein Alter Ego Harry Haller vor. Dieser leidet tief an seiner gespaltenen Persönlichkeit – er wandelt zwischen seiner an die bürgerliche Umgebung angepassten Seite und eben dem titelgebenden Steppenwolf, einem einsamen Wesen, das den Niederungen der realen Welt kritisch gegenübersteht. Durch diesen inneren Kampf wird die künstlerische Entwicklung Harry Hallers gehemmt. Erst durch die Entdeckung des Humors und eine dadurch veränderte Weltsicht findet Haller Heilung und seinen literarischen Weg. Der ,,Steppenwolf” war übrigens der Hauptgrund für die Verleihung des Literaturnobelpreises an den deutsch-schweizerischen Literaten. Bild : © Lupo  / pixelio.de

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