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Jugendbücher sind in der Regel besser als ihr Ruf

7. Mai 2013

Während man noch Anfang 19. Jahrhundert davon ausging, dass Kinder und Jugendliche nur kleine Erwachsene seien oder sie zumindest so behandelte, wurden Kindheit und Jugend Ende des 19. beziehungsweise Anfang des 20. Jahrhunderts zu schützenswerten Entwicklungsstufen erklärt. Seit diesem Zeitpunkt gibt es in allen Lebensbereichen spezielle Angebote für junge Menschen, die ihren Bedürfnissen angepasst sind. Dabei geht es nicht nur um Kleidung, sondern auch um Kulturgüter wie Literatur. Kinder- und Jugendbücher unterscheiden sich besonders in der Präsentation eines Themas von sogenannten Erwachsenenbüchern. Aber auch die Themenwahl spielt oft eine Rolle, wenn es darum geht, ein Buch einer bestimmten Zielgruppe zuzuordnen. Häufig handeln Jugendbücher von fantastischen Abenteuern, sind bevölkert von bizarren Wesen und entführen den Leser in bis dahin unbekannte Welten. Eben diese Eigenschaften, die sie lange in eine Schublade mit Märchen oder Mythen verbannten, helfen den Büchern nun zu ungeahntem Ruhm, da sich auch immer mehr Erwachsene von ihnen zwischen die Seiten in verzauberte Länder locken lassen.

Ein weiteres Thema, das vielen Jugendbüchern zu Grunde liegt, ist das Erwachsenwerden und die Probleme und Abenteuer, die damit verbunden sind. Jugendliche erhoffen sich auf den Seiten solcher Romane oder Ratgeber Hilfe oder zumindest Anregungen, wie man z. B. mit den Eltern, den Geschwistern beziehungsweise mit der eigenen Veränderung umzugehen hat. Manchen mögen die Bücher auch als Flucht aus dem Alltag dienen. Besorgte oder neugierige Eltern versuchen häufig, ihren Sprösslingen auf diesen Wegen zu folgen, woran sie jedoch in der Regel scheitern, da sich das Buch ihnen anders präsentieren wird, als ihren Kindern. Denn mit Jugendbüchern verhält es sich nicht anders als mit anderen Schriftstücken: Jeder hat seinen eigenen Zugang und bewertet die Details auf seine Weise.

Es gibt Schriftsteller, die behaupten, es sei schwieriger, ein Kinder- oder Jugendbuch zu schreiben, als eines für Erwachsene. Das hängt vermutlich mit der Fantasie des Lesers zusammen. Kinder und Jugendliche lassen sich bereitwilliger auf abenteuerliche Gedankenexperimente ein als Erwachsene.© Lupo  / pixelio.de

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