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Neues von Thilo Sarrazin – “Der neue Tugendterror”

18. März 2014

Thilo Sarrazin hat mit “Der neue Tugendterror” sein zweites Buch veröffentlicht. Darin verteidigt er auch seinen ersten Bestseller “Deutschland schafft sich ab”, wobei er mit den Waffen seiner Gegner kämpft.

Rechtfertigung einer gekränkten Person

Beim Lesen des neuen Buches von Thilo Sarrazin stellt man sich recht schnell die Frage, welche Message das Buch dem Leser vermitteln soll. Es erweckt den Anschein, dass sich der ehemalige Zentralbänker aufgrund derMedienschelte über sein erstes Buch gekränkt fühlt und sich nun versucht zu rechtfertigen. Inhaltlich beschreibt er eine lähmende Diktatur und die politische Korrektheit in Deutschland. Aus seiner Sicht sei dieMedienlandschaft linksgeprägt und verhindere einen öffentlichen Diskurs sowie die Meinungsfreiheit der Bürger. Er sieht generell die Vernichtung von öffentlichen Personen, sollten sich diese in den Medien äußern und deutlich Stellung beziehen. Unbequeme und politisch unkorrekte Äußerungen seien unerwünscht, so Sarrazin.

Historische Projektion auf die deutsche Moral

Sarrazin behauptet, dass in der Öffentlichkeit streng darauf geachtet werde, was gesagt werden darf und was nicht. Was daran falsch sein soll erschließt sich dem Leser nur schwerlich. Das Phänomen wird vom Autor als “Primat der Gleichheit” beschrieben und Hinweise auf kulturelle Unterschiede, Rassen und Völker würden als amoralisch und unerwünscht gelten. Wer die Provokationen des polarisierenden Schriftstellers liest, erfährt eine Reise durch historische Begebenheiten. Es werden Vergleiche mit Jean-Jaques Rousseaus, Karl Marx bis hin zu Stahlin gezogen. Zudem werden Exkurse in die Begebenheiten der französischen Revolution, der Inquisition und der Hexenverbrennung angestellt. Es darf spekuliert werden, ob es Sarrazin wirklich um das Wohlergehen der deutschen Gesellschaft geht oder er sich vielmehr selbst in den Vordergrund katapultieren möchte.
Bild : © Rainer Sturm  / pixelio.de

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